Werkstattgespräche Kitaverpflegung
Die Werkstattgespräche Kitaverpflegung bieten Unterstützung und praxisnahe Anregungen rund um die Organisation und Umsetzung einer gesundheitsfördernden, nachhaltigen und bedarfsgerechten Verpflegung in Kitas. Die halbtägigen Online-Seminare richten sich an alle Akteurinnen und Akteure, die an der Kitaverpflegung beteiligt sind, wie z. B. Kitaträger, Leitungen, Caterer, Küchen- und Hauswirtschaftskräfte, pädagogische Fachkräfte oder auch Elternbeiräte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer profitieren von den vermittelten Fachinformationen sowie von den Erfahrungen der anderen anwesenden Akteurinnen und Akteure. Ebenso können sie die Gelegenheit nutzen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Lösungsvorschläge zu sammeln.
Werkstattgespräche Kitaverpflegung: Frühstück in der Kita – ausgewogen, vielseitig, kindgerecht
Das Frühstück ist in der Kita eine entscheidende Mahlzeit, um Kindern einen energievollen Start in den Tag zu ermöglichen. Auch die Zwischenverpflegung dient dazu gestärkt durch den Kita-Tag zu kommen. Neben einer kind- und bedarfsgerechten Lebensmittelauswal ist die individuelle Organisation der Frühstücks- und Zwischenverpflegung bedeutsam und kann ganz unterschiedlich gehandhabt werden.
In den Werkstattgesprächen am 16. Juni 2026, 22. Juli 2026 und 13. Oktober 2026 erfuhren Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie ein gesundheitsförderndes Frühstück bzw. eine Zwischenverpflegung in der Kita gestaltet und organisiert werden kann. Einen konkreten Einblick in die Umsetzung eines von der Kita angebotenen Frühstücks lieferte der evangelischen Kindergarten Elisabeth Ding in Leimen. Dort wird das Frühstück täglich durch den Kindergarten angeboten und mit der Ernährungsbildung verknüpft. Im Anschluss an die fachlichen Beiträge konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen eines Erfahrungsaustauschs noch über die unterschiedlichen Angebotsformen und deren Besonderheiten austauschen.
Rückblick
Ganztagsbetreuung in Kita und Schule – Chancen guter Verpflegung nutzen
Kinder und Jugendliche verbringen einen immer größeren Teil ihres Tages in Kitas und Schulen. In Ganztagsschulen sind Schulträger verpflichtet (PDF), eine Mittagsverpflegung anzubieten. Auch in Kitas, ab einer Betreuungszeit von mehr als sieben Stunden ist eine Mittagsverpflegung verpflichtend anzubieten (PDF). Durch erweiterte Öffnungszeiten in der Kita und dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder kommt einer gesundheitsfördernden, leckeren und nachhaltigen Verpflegung eine besondere Bedeutung zu. Die Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kitas und Schulen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) bieten dabei eine Orientierungshilfe für die Gestaltung der Verpflegung.
Welche Vorteile kann ein gutes Kita- beziehungsweise Schulessen mit sich bringen?
In den vergangenen Werkstattgesprächen erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass die Kita- und Schulverpflegung mehr ist als nur Essen und Trinken. In der Veranstaltung wurden die Grundlagen einer gesundheitsfördernden und nachhaltigen Verpflegung vorgestellt. Anschließend wurden die vielfältigen Chancen, die eine gute Verpflegung bieten kann, präsentiert und diskutiert. Dabei zeigte sich, dass die Verpflegung zahlreiche Möglichkeiten bietet, Kindern und Jugendlichen über den Tellerrand hinaus wichtige Kompetenzen zu vermitteln. Zudem berichteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über eigene Erfahrungen und Herausforderungen im Verpflegungsalltag.
Chancen guter Verpflegung in Kita und Schule liegen unter anderem…
- …darin, dass Mahlzeiten als wertvolle Bildungszeit wahrgenommen und genutzt werden können.
- … in der Möglichkeit, dass Kinder und Jugendliche aktiv teilhaben können – etwa beim Tisch decken, Abräumen oder durch das Einbringen von Feedback.
- …in der Vorbildfunktion der pädagogischen Fach- oder Lehrkraft - im Sinne der Akzeptanz der Speisen, der Freude am Essen und am bewussten Umgang mit dem Essen.
- …im Erlernen sozialer Kompetenzen, wie z. B. dem Teilen oder dem Rücksichtnehmen.
- …im Erlernen körperlicher Kompetenzen, wie z. B. der Schulung der Grob- und Feinmotorik.
- …im Erlernen einer Ess- und Tischkultur, wie z. B. über Tischsitten und Tischmanieren.
Kleine Stupser statt Verbote - Nudging in Kita und Schule
Jeden Tag entscheiden wir aufs Neue, was, wie viel, wann und mit dem wir essen. Wir treffen täglich rund 100.000 Entscheidungen – knapp 200 davon sind auf die Ernährung bezogen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) bietet mit ihren Empfehlungen Gut essen und trinken alltagstaugliche Tipps, um unsere Gesundheit und auch die Umwelt zu schützen. Darunter fallen „am besten Wasser trinken", „Obst und Gemüse – viel und bunt" sowie „Süßes, Salziges und Fettiges – besser stehen lassen". Manchmal sind diese Empfehlungen nicht so einfach in die Tat umzusetzen, obwohl das Wissen um eine gesundheitsfördernde Ernährung durchaus vorhanden ist. Dann kann ein kleiner, bestenfalls unbemerkter Stups (engl. „nudge“) helfen, das Ernährungsverhalten in eine gesündere Richtung zu lenken.
Expertinnen und Experten sprechen dabei von Nudging. In der Kita- und Schulverpflegung bedeutet Nudging, dass das gesundheitsfördernde und nachhaltigere Getränke- und Speisenangebot so präsentiert wird, dass sich die Kinder und Jugendlichen für dieses entscheiden. Die gesündere Wahl wird durch Nudging zur einfacheren Wahl gemacht und kann somit einen positiven Effekt auf das Ernährungsverhalten haben. Nudging kann Kindern und Jugendlichen helfen, die für sie bessere und damit gesundheitsfördernde Wahl zu treffen – und das ganz ohne Zwang oder Verbote.
In den vergangenen Werkstattgesprächen erfuhren die Teilnehmenden, wie kleine Nudges („Stupser“) positive Veränderungen in der Kita- und Schulverpflegung bewirken können. Die Teilnehmenden tauschten sich in einem Erfahrungsaustausch zu verschiedensten Nudgingmöglichkeiten aus. Zahlreiche Ideen und Möglichkeiten für Nudging in Kita und Schule wurden zusammengetragen. Genannt wurde u. a.
- Mundgerecht geschnittenes Gemüse und Obst anbieten
- Kinder und Jugendliche an der Zubereitung der Speisen beteiligen (gemeinsame Kochaktionen)
- Probierportionen anbieten
- Altersgerechtes und ansprechendes Geschirr verwenden
- Attraktives Gestalten der Essumgebung (Mensa bzw. Speiseraum)
- Gemeinsames Essen mit pädagogischer Begleitung
Weitere Informationen zu Nudging:
Zhaw: Psychologie im Alltag nutzen. Ein Blog der ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (zuletzt aufgerufen: 25.09.24)
KErn: Smarter Lunchrooms – fördern simple Maßnahmen ein günstiges Essverhalten (zuletzt aufgerufen: 18.09.2024)
KErn: Nudging leicht gemacht – Praktische Handlungsempfehlungen für die Schulmensa (PDF) (zuletzt aufgerufen: 18.09.2024)
BzfE: Stupser bei Essentscheidungen (zuletzt aufgerufen: 25.09.24)
Klimagesund und bunt – Abwechslungsreich essen in Kita und Schule
Die Ernährung ist weltweit für bis zu 30 Prozent der Emissionen von Klimagasen verantwortlich. Somit hat sie nicht nur einen Einfluss auf unser heutiges Wohlergehen, sondern auch auf das der zukünftigen Generationen. Immer mehr Kinder und Jugendliche essen in der Kita oder in der Schule und immer mehr Einrichtungen bieten eine Verpflegung an. Damit liegt in der Kita- und Schulverpflegung ein großes Potential für den Klima- und Ressourcenschutz. Ein ausgewogenes und zugleich klimafreundliches Speisenangebot lässt sich schon mit kleinen Veränderungen bei der Auswahl von Lebensmittelkomponenten und Gerichten umsetzen, z. B. durch ein größeres Angebot vegetarischer Gerichte auf dem Speiseplan.
In dieser Fortbildung erfuhren die Teilnehmenden in Theorie und Praxis, wie sie Kinder und Jugendliche für leckere vegetarische Gerichte begeistern und gleichzeitig etwas für das Klima und den Klimaschutz tun können. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten einer erfahrenen Lehrkraft bei der Zubereitung vegetarischer Gerichte über die Schulter schauen und lernten, wie vegetarische Rezepte kind- und bedarfsgerecht in die Verpflegung von Kitas und Schulen integriert werden können. Ebenso erhielten sie Tipps, wie vegetarische Angebote gut präsentiert werden können. Dazwischen war Zeit für Austausch: Welche Gerichte kommen gut in Kita und Schule an? Welche Hindernisse erschweren die Umsetzung? Gemeinsam sammelten die Teilnehmenden Erfahrungen und Lösungsvorschläge.
Kooperationspartner:
