Lebensmittel entdecken und wertschätzen – mit der ganzen Familie

Lebensmittelwertschätzung hilft Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. Was bedeutet das genau? Wie kann man sie bei Kindern wecken und im Familienalltag bewusster mit Lebensmitteln umgehen?

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Lebensmittelwertschätzung als Schlüssel gegen Lebensmittelverschwendung

Wertschätzung ist eine Empfindung, die aus einem positiven Gefühl resultiert, und zeigt, dass wir den Wert einer Person oder einer Sache respektieren. Was selbstverständlich ist, erscheint austauschbar – und wird schneller entsorgt. Jedes Lebensmittel hat einen Weg hinter sich. Vom Samen über die Ernte und Verarbeitung bis zum Transport stecken viel Arbeit, Zeit und auch viele Ressourcen darin. Wer sich mit Herkunft, Erzeugung und Saison von Lebensmitteln beschäftigt, erkennt ihren Wert und geht achtsamer und verantwortungsvoller mit ihnen um. 

Wertschätzung für Lebensmittel durch Wissen und Erfahrungen

Wertschätzung entwickelt sich. Für Lebensmittel entsteht sie durch Wissen, Erfahrung und bewusstes Handeln im Alltag. Es gibt viele Möglichkeiten, Wissen über Lebensmittel zu gewinnen und seine Routinen zu hinterfragen: durch Gespräche, gemeinsames Kochen, Einkaufen und Beobachten, durch Bildungsangebote, Bücher, digitale Medien sowie durch den direkten Kontakt zu Erzeugerinnen und Erzeugern. 

Besonders wirkungsvoll sind praktische Erfahrungen. Beziehen Sie Ihre Kinder mit ein. Ihre natürliche Neugier bietet großes Potenzial, gemeinsam Erfahrungen zu sammeln, Zusammenhänge zu entdecken und Verantwortung zu übernehmen. Essgewohnheiten und Wissen entstehen früh und werden maßgeblich durch Vorbilder geprägt. Kleine Veränderungen im Familienalltag können so nachhaltig Wirkung zeigen und die Lebensmittelwertschätzung langfristig stärken[1].

Lebensmittelwertschätzung braucht keine Perfektion

Manchmal ist Entsorgen unvermeidlich – das ist in Ordnung. Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern Bewusstsein. Machen Sie sich den Weg und damit den Wert des Lebensmittels bewusst. Dann fällt es leichter, innezuhalten und zu fragen: Muss das jetzt wirklich weggeworfen werden? Oder lässt es sich noch verwerten? Jeder kleine Schritt, jedes einzelne nicht weggeworfene Lebensmittel zählt. 

Lebensmittelwertschätzung wecken – 5 Mitmach-Ideen für zu Hause

Lebensmittelwertschätzung bedeutet, achtsam mit Essen umzugehen[1],[2]. Das beginnt mit kleinen, achtsamen Entscheidungen – beim Einkaufen, Lagern, Zubereiten und Verwerten von Lebensmitteln. Hier 5 Anregungen für die ganze Familie.

1. Lebensmittel erforschen

Gemeinsam ein Lebensmittel aussuchen und auf dem Etikett nachsehen oder sich auf dem Wochenmarkt erkundigen. 

  • Woher kommt es?
  • Wann wird es geerntet?
  • Kommt es aus der Nähe oder von weit weg?

Ein Saisonkalender bringt Klarheit. Für unterwegs gibt es die Saisonkalender-App.

Tipp: Beim Einkauf auf Saisonalität und Regionalität achten. Lebensmittel, die in ihrer Saison geerntet werden, verbrauchen weniger Ressourcen, sind meist nährstoffreicher und häufig günstiger.

2. Sinnes-Check

Ein abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum, heißt nicht, dass das Lebensmittel schlecht ist und entsorgt werden muss. Machen Sie gemeinsam mit den Kindern den Sinnes-Check. Prüfen Sie Geruch, Aussehen, Textur und Geschmack – Vieles ist noch länger genießbar.

3. Lebensmittel richtig lagern

Finden Sie gemeinsam heraus, wie Lebensmittel am besten gelagert werden, um lange haltbar zu sein. 

  • Gibt es Hinweise zur Lagerung auf der Verpackung?
  • Was gehört in den Kühlschrank und was nicht?
  • Welche Lebensmittel besser nicht gemeinsam lagern?

Informationen finden Sie zum Beispiel in unserem Flyer Wie lagern Lebensmittel richtig? oder bei der Initiative Zu gut für die Tonne!

4. Reste sind Schätze

Reste sind Zutaten für neue Gerichte. Gemeinsam können Sie kreativ werden und Reste-Rezepte ausprobieren. Leckere Verwertungsideen gibt es zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale oder bei der Initiative Zu gut für die Tonne! auch als Reste-Rezepte-App.

Interessant wird es, wenn Sie einmal pro Woche eine Lebensmittel-Retter-Challenge daraus machen:

  • Alle Lebensmittel anschauen
  • Gemeinsam überlegen: Was können wir daraus kochen?
  • Kinder dürfen Ideen sammeln – auch verrückte!

5. Selbst anbauen

Wer selbst etwas anbaut, merkt, wie viel Arbeit und Geduld es braucht.

Schon kleine Projekte wirken:

  • Kräuter auf der Fensterbank
  • Kresse auf Watte

Weiterführende Informationen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung

Angebote des LErn BW

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