Kommunales Verpflegungskonzept – aus Praxisbeispielen anderer lernen

Für ein kommunales Verpflegungskonzept gibt es kein Patentrezept. Und auch wenn die Rahmenbedingungen in jeder Kommune anders sind, gibt es immer wieder auch ähnliche Herausforderungen. Wie sind andere Kommunen vorgegangen? Welche Ideen und Lösungen gibt es schon? Was hat sich in der Praxis bewährt? Wir stellen Ihnen hier einige Praxisbeispiele vor.

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Hintergrund der Praxisbeispiele zu kommunalen Verpflegungskonzepten

In einem kommunalen Verpflegungskonzept für die Kita und Schulverpflegung sind alle grundsätzlichen Ziele einer Kommune rund um die Kita- und Schulverpflegung festgehalten. Die Entwicklung eines kommunalen Verpflegungskonzepts hat Vorteile.

Einige Kommunen haben das erkannt und sich zusammen mit dem LErn BW – Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg auf den Weg gemacht. Auf diesem Weg wurden Erkenntnisse gewonnen und Ergebnisse erzielt, die Sie hier in Form von Praxisbeispielen entdecken können. Im Projekt Nachhaltige Schulverpflegung mit kommunalem Konzept und Schwerpunkt Fortbildung für Verwaltungskräfte haben mitgemacht die Gemeinde Ilsfeld, die Städte Bad Mergentheim, Ettlingen, Mössingen und Munderkingen sowie der Landkreis Rottweil.

Ziele im Projekt zu kommunalen Verpflegungskonzepten

Ziel des Projekts war es, in den teilnehmenden Kommunen und dem Landkreis passgenaue kommunale Verpflegungskonzepte für die dortigen Einrichtungen zu entwickeln. Im Mittelpunkt standen 

Ausgehend von der jeweiligen Ausgangssituation sowie den Rahmenbedingungen vor Ort und auf Basis von Fachinformationen setzten sich die Kommunen konkrete Ziele, planten entsprechende Entwicklungsschritte und starteten mit der Umsetzung. 

Die Kommunen erarbeiteten unter anderem Anforderungen für Ausschreibungen, verbesserten Speisepläne und Abläufe und stärkten die Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und Eltern. Auch Befragungen, Nudging-Maßnahmen und regelmäßige Qualitätskontrollen kamen zum Einsatz. Qualitätsziele wurden schrittweise mit den Akteuren vor Ort bearbeitet.

Im Entwicklungsprozess begegneten den Projektteams unterschiedliche Herausforderungen in den Bereichen:

  • Qualität und Akzeptanz verbessern
  • Qualitätsanforderungen realistisch gestalten
  • Organisation und Infrastruktur weiterentwickeln

Im Rahmen des Projekts wurden sie vom LErn BW und einem Projektcoach für Veränderungsprozesse begleitet. In jeder Kommune wurden Projektteams, bestehend aus Verwaltungskräften und Personal aus Einrichtungen, gebildet. Das LErn BW vermittelte in vier Gruppencoachings, die digital für alle Beteiligten angeboten wurden, fachliche Grundlagen zur Verpflegung. In je vier Einzelcoachings in den Kommunen vor Ort wurden die Projektteams bei der Übertragung des Wissens auf die eigenen Einrichtungen und die Formulierung entsprechender Ziele und Maßnahmen unterstützt.  

Je nach Ausgangssituation und spezifischen Herausforderungen wurden unterschiedliche Lösungen entwickelt, Erkenntnisse gewonnen und Ergebnisse erzielt, die wir Ihnen hier vorstellen.

Übergreifende Erkenntnisse

Die Praxisbeispiele zeigen:

  • Positive Veränderungen hin zu einer ansprechenden, qualitätsvollen Verpflegung sind möglich.
  • Planvolles, schrittweises Vorgehen unter Einbezug der verschiedenen Akteurinnen und Akteure begünstigt den Erfolg der angestoßenen Veränderungen.
  • Bei der Entwicklung eines kommunalen Konzepts sollten stets die Werte der handelnden Akteurinnen und Akteure, organisatorische Bedingungen und Abläufe der verschiedenen Arbeitsebenen (Verwaltung, Einrichtungen, Mensen bzw. Anbieter) geachtet werden.
  • Bereits während der Konzeptentwicklung sollten Chancen für Qualitätsoptimierungen, Ablaufanpassungen und Feedback genutzt werden. Nach dem Motto „Versuch macht klug!“
  • Es gibt nicht den einen richtigen Weg zur gesundheitsfördernden, nachhaltigen (Kita- und) Schulverpflegung. Es braucht individuelle Konzepte.
  • Handelnde Akteurinnen und Akteure aus Einrichtungen und Mensen bringen häufig wichtige Informationen und Erfahrungen in die grundsätzlichen Überlegungen mit ein. Ihre Beteiligung ist entsprechend ihrer Kapazitäten und themenbezogen sinnvoll.
  • Ehrliche, möglichst direkte aber stets freundliche Kommunikation in Projektbesprechungen aber auch im täglichen Miteinander hilft Kompromisse zu finden bzw. die bestmöglichen Lösungen für Herausforderungen zu entwickeln.

Auch wenn kommunale Verpflegungskonzepte finalisiert sind, ist das Thema (Kita- und) Schulverpflegung nicht abgeschlossen. Die Konzepte müssen in die Umsetzung gebracht und gelebt werden. Die (Kita- und) Schulverpflegung ist ein spannendes und vielfältiges Thema, nicht zuletzt, da sich unsere Gesellschaft weiterentwickelt und Kinder, Eltern und Erziehungsberechtigte neu an die Schulen kommen. Daher ist das entwickelte Konzept als Rahmen zu sehen in dem sich auch Verpflegung weiterentwickeln und verändern kann. Dies gilt es zu steuern.

Angebote des LErn BW

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